Was ist BIM?
Building Information Modeling (BIM) ist ein kollaborativer Prozess, der informationsgestützte mehrdimensionale Modelle nutzt, um Bauwerke digital zu planen und abzubilden. Es bildet die physischen und funktionalen Eigenschaften eines Bauwerks ab und dient allen Projektbeteiligten als gemeinsame Wissensquelle („single source of truth“). Neben Geodaten enthält das Modell z.B. Kosten, Zeitpläne und Nachhaltigkeitsaspekte. Digitale Zwillinge ermöglichen, Bauwerke vor Baubeginn virtuell zu simulieren und zu testen – Probleme lassen sich früh erkennen und beheben.
BIM als zentrale Arbeitsmethode
Die Terra Ingenieurgesellschaft setzt auf durchgängig digitale Strukturen: BIM ermöglicht nicht nur die dreidimensionale Darstellung von Baugrund-, Umwelt- und Grundwasserdaten, sondern schafft vor allem transparente Kommunikation und eine verlässliche Basis für geotechnische Berechnungen. Durch die Verknüpfung von Daten aus Geotechnik, Umweltchemie und Monitoringsystemen entsteht ein umfassendes Modell, das Planer, Prüfstatiker und Behörden nutzen und mit ihren Modellen verknüpfen können.
Vorteile von BIM-Anwendungen in der Geotechnik
Kommunikationsbasis
Geotechnische Bestands- und Erkundungsdaten wie Bohrprofile, Schadstoffbeprobungen und Grundwassermessstellen können im 3D-Raum mit Bauwerksmodellen, Fundamentsystemen und Baugrubenplanungen verknüpft werden, um eine transparente Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu ermöglichen. Gleichzeitig eignen sich digitale Datenmodelle aufgrund ihrer anschaulichen Darstellung für die Öffentlichkeitskommunikation und tragen zur Akzeptanz bei Eigentümern, Anrainern und Behörden bei.
Effizienzsteigerung
Durch ein transparentes, bauwerksbezogenes Datenmanagement geotechnischer Informationen über den gesamten Lebenszyklus hinweg lassen sich fundierte Entscheidungen frühzeitig und mit geringem Aufwand treffen, mit positiven Effekten auf Kosten und Projektablauf.
Planungssicherheit
Im virtuellen 3D-Raum können Bestandsdaten (z.B. Geologische Karten, Leitungsbestände, Kampfmittelauskünfte, Bodendenkmäler und Schutzgebiete) ausgewertet und für die Planung von Erkundungskampagnen für Großprojekte effizient genutzt werden. Dabei entsteht eine zusammengeführte Erkundungsplanung, bei der nachträgliche Erkundungskampagnen vermieden werden können.
Risikominimierung
Schwächezonen und Anomalien mit potenziellem Risiko für Gründungssysteme oder den Bauablauf lassen sich frühzeitig erkennen. Numerische Auswertungen machen Ungenauigkeiten in Baugrundmodellen transparent und ermöglichen es, Datenlücken gezielt durch ergänzende Erkundungen zu schließen und Baugrundrisiken zu reduzieren.
Produktivitätssteigerung
Informationsgestützte Baugrund- und Bemessungsmodelle ermöglichen die sichere 3D-Berechnung von Gründungssystemen, ohne aufwendige und fehleranfällige manuelle Datenübertragungen. Mengenermittlungen sowie digitale Baugrunddaten unterstützen Baufirmen bei der Steuerung von Bauabläufen und Baumaschinen. Auf Basis digitaler Datengrundlagen lassen sich zudem alle für Ausschreibungen erforderlichen Daten und Dokumente automatisiert ableiten, wodurch Zeit- und Koordinationsaufwand reduziert werden.
Nachhaltigkeit
Präzise Simulationen von z.B Erdbewegungen (Auf- und Abtrag von Boden oder Ersatzbaustoffen) können im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes überwacht und optimiert werden, um möglichst geringe Umweltschäden zu generieren.
Innovation
Offene Datenstrukturen fördern die Integration neuer Technologien wie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR). AR projiziert digitale Baugrunddaten in Echtzeit auf die Baustelle, VR ermöglicht immersive Designprüfungen.