Bodenmechanik

Belastbare Kennwerte für sichere und wirtschaftliche Gründungen

Wir kümmern uns auch um die Ausführung – mit unserem Partner TerraTec.

Warum bodenmechanische Untersuchungen unverzichtbar sind

Die Tragfähigkeit, Setzungsneigung und Frostsicherheit des Untergrunds entscheiden darüber, ob ein Baugrund geeignet ist. Organische Böden wie Humus oder Torf weisen starke Setzungen auf und sind als Baugrund ungeeignet; anorganische Böden wie Sand, Kies oder Fels bieten dagegen eine tragfähige Grundlage.

 

Um die Boden- und Felseigenschaften von Locker- und Festgesteinen sicher festlegen zu können, sind bodenmechanische Untersuchungen ein wichtiges Werkzeug. Mit normgerechten Laborversuchen liefert die Bodenmechanik die Kennwerte, die Planer:innen und Prüfstatiker:innen für eine sichere und wirtschaftliche Gründung benötigen – beispielsweise Scherfestigkeit, Verformbarkeit und Durchlässigkeit.

Unsere Leistungsübersicht

Grundlegende Konzepte der Bodenmechanik

Die Bodenmechanik untersucht, wie sich Böden unter Last verhalten und wie Wasser den Baugrund beeinflusst. Dabei stehen drei zentrale Eigenschaften im Fokus:

Tragfähigkeit und Scherfestigkeit

Sie geben an, wie belastbar und stabil der Boden ist. Vereinfacht gesagt zeigen sie, ob der Untergrund das Bauwerk sicher tragen kann oder ob es zu Absenkungen oder Instabilitäten kommt. Die Scherfestigkeit beschreibt dabei den Widerstand des Bodens gegen seitliches Verschieben. Sie ist entscheidend für die Standsicherheit von Fundamenten, Baugruben und Böschungen. Abhängig von der Bodenart und seinen Eigenschaften, beeinflusst sie maßgeblich die Wahl der Gründung und die Ausführung des Bauwerks.

Verformbarkeit und Setzungsverhalten

Böden verformen sich unter Belastung. Entscheidend ist nicht nur, wie stark diese Setzungen ausfallen, sondern vor allem, ob sie gleichmäßig erfolgen. Gleichmäßige Setzungen wirken meist nur auf die Höhenlage, während ungleichmäßige Setzungen zu Rissen oder Schiefstellungen führen können. Bodenmechanische Untersuchungen erkennen diese Risiken frühzeitig und schaffen Planungssicherheit.

Wasserdurchlässigkeit und Wasserverhältnisse

Wasser hat einen großen Einfluss auf die Stabilität des Baugrunds. Durchlässige Böden leiten Wasser unterschiedlich schnell ab; bindige Böden wiederum halten es zurück. Die Permeabilität beeinflusst Drainage und Auftrieb.

Bodentypen und ihre Eigenschaften

Bindige Böden (Ton, Schluff) besitzen feine Partikel, hohe Kohäsion und geringe Durchlässigkeit. Sie können bei Feuchtigkeit quellen und bei Trockenheit schrumpfen. Nichtbindige Böden (Sand, Kies) haben grobe Körner und geringe Kohäsion; bei dichter Lagerung sind sie tragfähig, lockere Sande verdichten sich jedoch bei Belastung. Fels bietet sehr hohe Tragfähigkeit und geringe Setzungen, erfordert aber besondere Aushub- und Gründungsverfahren. Organische Böden wie Humus oder Torf sind wegen starker Setzungsneigung ungeeignet.

Unsere Leistungen in der Bodenmechanik

Felduntersuchungen direkt vor Ort

Mit gezielten Untersuchungen im Feld und auf der Baustelle gewinnen wir frühzeitig ein zuverlässiges Bild vom Baugrund. Dazu setzen wir unter anderem folgende Verfahren ein:

  • Rammsondierungen (DPL/DPH) (DIN EN ISO 22476-2)
    Sie geben Aufschluss über die Lagerungsdichte des Bodens und ermöglichen eine erste Einschätzung der Tragfähigkeit.
  • Plattendruckversuche (DIN EN ISO 22476‑2 bzw. DIN 18134)
    Mit diesen Versuchen wird das Verformungs- und Tragverhalten des Bodens unter Last untersucht, beispielsweise für Verkehrsflächen oder Fundamente.
  • Bodendensitometer nach Haas (DIN 18125-2)
    Es dient zur Bestimmung der Dichte und ergänzt die Ergebnisse anderer Felduntersuchungen.
  • Taschenpenetrometer
    Dieses Verfahren erlaubt eine schnelle Beurteilung der Festigkeit bindiger Böden direkt vor Ort.
  • Probeentnahme
    Ungestörte Proben werden mit Ausstechzylindern oder Kernbohrgeräten entnommen. Gestörte Proben dienen der Korngrößenanalyse und Klassifikation.

So erhalten wir bereits in einer frühen Projektphase belastbare Daten für eine sichere und wirtschaftliche Planung.

Bodenmechanische Laboruntersuchungen zur Ermittlung geotechnischer Kennwerte

Bodenmechanik bildet das Fundament jeder Baumaßnahme. Eine detaillierte Kenntnis von Bodenart, Schichtung, Wasserverhältnissen und mechanischen Kennwerten ermöglicht eine sichere und wirtschaftliche Planung. Normgerechte Labor‑ und Feldversuche nach der DIN‑EN‑ISO‑17892‑Reihe sowie moderne Methoden liefern die Datenbasis, um Baugrundrisiken zu minimieren und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Welche Untersuchungen in unserem Bodenmechanik-Labor möglich sind

Klassifizierungsversuche

  • Bestimmung des Wassergehalts (DIN EN ISO 17892‑1)
  • Bestimmung der Dichte des festen Bodenmaterials (DIN EN ISO 17892‑2)
    Bestimmung der Korngrößenverteilung mittels Sieb- und Schlämmanalyse (DIN EN ISO 17892‑4)
  • Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze (DIN EN ISO 17892‑12)
  • Bestimmung der Proctordichte (DIN 18127)
  • Glühverlust zur Bestimmung organischer Bestandteile (DIN 18128 / DIN EN 17685)
  • Bestimmung des Kalkgehaltes (DIN 18129)
  • Bestimmung des Wasseraufnahmevermögens (Enslin-Versuch) (DIN 18132)

Scherfestigkeitsversuche

  • Bestimmung der Einaxialen Druckfestigkeit (DIN EN ISO 17892-7)

Wärmeleitfähigkeits- und bodenphysikalische Versuche

  • Bestimmung der Wärmeleitfähigkeit an gestörten und ungestörten Bodenproben, mittels thermischer Nadelsonde (ASTM D5334-14)
  • Bestimmung der Bodenwasserhaltekurve (pF-Kurve) einschließlich permanenten Welkepunkt mittels Verdunstungsmethode

Welche Untersuchungen in akkreditierten Partnerlaboren möglich sind

  • Bestimmung der Koeffizienten der Abrasivität und Mahlbarkeit von Gesteinskörnungen (NF P18-579)
  • Ödometerversuche mit stufenweiser Belastung (Kompressionsversuch) (DIN EN ISO 17892-5)
  • Triaxialversuche (DIN EN ISO 17892-8, DIN EN ISO 17892-9)
  • Direkte Scherversuche (DIN EN ISO 17892-10)

Einfluss von Wasser

Wassergehalt und Grundwasserstand beeinflussen die effektive Spannung im Boden. Gesättigte Böden verlieren an Scherfestigkeit, weil der Porenwasserdruck den Auftrieb erhöht. In bindigen Böden führt ein wechselnder Feuchtegehalt zu Quellen oder Schrumpfen, was Setzungen und Risse verursachen kann. Drainagekonzepte und Baugrubenwasserhaltung sollten daher schon in der Planungsphase berücksichtigt werden.

Stabilität und Setzungsverhalten

Die Standsicherheit eines Bauwerks hängt von der Scherfestigkeit des Baugrunds und der aufgebrachten Last ab. Gleichmäßige Setzungen wirken sich nur auf die Höhenlage aus, während ungleichmäßige Setzungen zu Rissen oder Schiefstellungen führen. Bodenverbesserungsmaßnahmen wie Verdichtung, Injektionen oder Bewehrung mit Geotextilien können die Tragfähigkeit erhöhen und Setzungen reduzieren.

Aktuelle Trends und Innovationen

Geokunststoffe (Geotextilien, Geogitter) verbessern die Tragfähigkeit, verringern Setzungen und stabilisieren Böschungen. Digitale Monitoring‑Systeme liefern Echtzeitdaten zu Setzungen, Porenwasserdruck und Deformationen; die Integration geotechnischer Daten in BIM‑Modelle ermöglicht vernetzte Auswertungen. Nachhaltige Bodenverbesserungsverfahren, z. B. mikrobielle Bodenverfestigung, reduzieren den CO₂‑Fußabdruck.

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Benötigen Sie bodenmechanische Untersuchungen oder möchten Sie mehr über unsere Labor- und Feldprüfungen erfahren? Kontaktieren Sie uns – wir unterstützen Sie gern kompetent bei der Umsetzung Ihres Projekts und liefern Ihnen belastbare Kennwerte für eine sichere Planung.

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